Kyoto-Preis 2014: Inamori-Stiftung gibt diesjährige Preisträger bekannt

20. Juni 2014

Kyoto/Neuss – Der Kyoto-Preis, der neben dem Nobelpreis als eine der weltweit wichtigsten Auszeichnungen für das Lebenswerk herausragender Persönlichkeiten in Kultur und Wissenschaft gilt, geht in diesem Jahr an den Ingenieur für Biomedizintechnik Dr. Robert Samuel Langer, den theoretischen Physiker Dr. Edward Witten und die Weberei- und Färbekünstlerin Fukumi Shimura. Die mit jeweils 50 Millionen Yen (rund 362.000 Euro*) dotierte Ehrung wird alljährlich durch die Inamori-Stiftung verliehen, die 1984 von Dr. Kazuo Inamori, dem Gründer des japanischen Technologiekonzerns Kyocera, ins Leben gerufen wurde.

Mit dem Kyoto-Preis würdigt die Inamori-Stiftung das Lebenswerk von Persönlichkeiten, die sich mit herausragenden Leistungen in ihrem Bereich um Kultur und Wissenschaft verdient gemacht haben. Die feierliche Verleihung findet traditionell am 10. November 2014 in Kyoto statt.

Die Kyoto-Preisträger 2014

Das Komitee vergibt den Kyoto-Preis in den Kategorien „Advanced Technology“, „Basic Sciences“ und „Arts and Philosophy“. In diesem Jahr werden die Preisträger in den zugehörigen Feldern „Biotechnology and Medical Technology“, „Mathematical Sciences“ und „Arts“ ausgezeichnet.

Dr. Robert Samuel Langer (*29. August 1948, USA)

Dr. Langer begründete das Tissue Engineering (Gewebezüchtung), das für den Einsatz regenerativer Medizin unverzichtbar ist. Dabei werden biologisch abbaubare Polymertechnologien eingesetzt, um „Gerüste“ für Zellen zu erzeugen und auf diese Weise erfolgreich die Regeneration verschiedener Organe zu ermöglichen. Darüber hinaus hat Dr. Langer Verabreichungstechnologien für die kontrollierte Dosierung von Proteinen, Nukleinsäuren und anderen makromolekularen Arzneimitteln entwickelt und deren praktische Anwendung aktiv gefördert. Dr. Langer nimmt eine Vorreiterrolle ein und leistet im interdisziplinären Bereich zwischen Medizin und Engineering Pionierarbeit.

Dr. Edward Witten (*26. August 1951, USA)

Dr. Witten bringt die theoretische Physik seit über 30 Jahren mit maßgeblichen Beiträgen voran und ist federführend bei der bahnbrechenden Weiterentwicklung der Superstringtheorie. Außerdem hat er durch seine mathematischen Fähigkeiten und seine Intuition für physikalische Sachverhalte die Mathematik als Ganzes ebenso vorangebracht wie die Spitzenforschung vieler Mathematiker. Seine Leistungen sind ebenso einzigartig wie herausragend.

Fukumi Shimura (*30. September 1924, Japan)

Frau Shimura hat ihren ureigenen Kunststil entwickelt, bei dem ihr eine außergewöhnlich farbenprächtige Bandbreite an mit Pflanzenfarben gefärbten Fäden als visuelles Vokabular dient. Sie entfesselt ihre Vorstellungskraft und schafft eine unendliche Farbresonanz auf den Tsumugi-Kimonos, die ihr als Leinwand dienen. Durch die fortwährende Kommunikation mit der Natur und tiefe Meditation hat sie eine „zarte und flexible Denkweise“ entwickelt, die „kontinuierlich die menschliche Existenz in die Natur einwebt“.

 

Das offizielle Video der Pressekonferenz zur Verkündung der Preisträger steht auf der Website der Inamori-Stiftung zur Verfügung: http://www.kyotoprize.org/en/

Über den Kyoto-Preis

Mit dem diesjährigen 30. Kyoto-Preis zeichnet die Inamori-Stiftung Persönlichkeiten aus, die einen maßgeblichen Beitrag zur Weiterentwicklung von Kunst und Wissenschaft geleistet haben. Zu den früheren Preisträgern gehören der französische Komponist Pierre Boulez, die deutsche Choreografin Pina Bausch, der Philosoph Jürgen Habermas, der japanische Modedesigner Issey Miyake, der Musiker und Dirigent Nikolaus Harnoncourt, die Künstler Maurice Béjart und Roy Lichtenstein sowie die Primatologin Jane Goodall.

*Stand des Wechselkurses: 18. Juni 2014

Weitere Bilder stehen bereit unter: http://178.63.214.116/~Kyoto_Preis/

Abdruck: honorarfrei, Belegexemplar erbeten an Kyocera Fineceramics GmbH



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