Neues keramisches RFID-Gehäuse mit eingebauter Antenne verdoppelt den Lesebereich

IoT-Innovation ermöglicht neue RFID-Applikationen für den Automotive- und mHealth-Markt

14. Juni 2017

Kyoto / Neuss - Kyocera hat ein neues, ultra-schmales keramisches RFID-Gehäuse entwickelt, das den Lesebereich im Vergleich zu herkömmlichen Gehäusen gleicher Größe verdoppelt. Das neue Keramik-Gehäuse verwendet eine patentierte Multilayer-Struktur mit eingebauter RFID[1]-Antenne. Die Produktion soll noch im Mai 2017 beginnen. Weltweit wird das neue Gehäuse in drei Größen (von 6 x 3 x 1,7 mm bis 15 x 5 x 1,7 mm) erhältlich sein. Kyocera rechnet bis 2020 mit einem jährlichen Umsatz von bis zu 3 Milliarden Japanische Yen (rund 24,2 Millionen Euro).


Keramische RFID-Gehäuse
(Skala mit 1,0 mm Schritten)

Kyocera verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Produktion keramischer Werkstoffe mit mehrschichtigen Strukturen, die in das neue RFID-Gehäuse eingeflossen ist. Das Unternehmen reagiert damit auf die steigende Nachfrage nach RFID-Gehäusen, insbesondere für Anwendungen des Internets der Dinge – kurz IoT (Internet of Things).

ProduktnameKeramisches Bauteil mit integrierter RFID-Antenne
AnwendungenAutomotive, medizinische Geräte, Fabrikautomatisierung sowie 
andere industrielle Anwendungen
Außenmaße
(Länge x Breite x Höhe)
6 x 3 x 1,7 mm, 10 x 5 x 1,7 mm, 15 x 5 x 1,7 mm
FrequenzbandUHF (860-960 MHz)
ProduktionsstandortKagoshima Kokubu, Japan

Entwicklungshintergrund

Die RFID-Markierungen kommen insbesondere in den Bereichen der Produktionsplanung und -überwachung zum Einsatz: Sie helfen dabei, Werkstücke zu markieren, einfacher zu identifizieren und zu verfolgen. Wegen der rasanten Zunahme von IoT-Geräten wird die RFID-Technologie in der Automobilindustrie, bei medizinischen Geräten und bei der Fabrikautomation sowie in zahlreichen anderen industriellen Bereichen eine deutlich größere Rolle spielen als bisher. Der Gesamtmarkt der industriellen Anwendungen wird bis 2020 auf rund 100 Milliarden Japanische Yen (ca. 810 Millionen Euro) geschätzt.[2] Während herkömmliche Gehäuse auf Basis organischer oder harzbasierter Materialien für RFID-Gehäuse beispielsweise im Einzelhandel verwendet werden, benötigen viele andere Anwendungen haltbarere Gehäuse. Sie müssen – wie das neue keramische RFID-Gehäuse von Kyocera – beständiger gegenüber Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit, Wärme oder Chemikalien sein und gleichzeitig größere Lesebereiche liefern.

Produktmerkmale

Verdoppelte Kommunikationsreichweite im UHF-Band bei kompakter Größe
Bei UHF-Band[3]-Tests erreichte das neue keramische Gehäuse mit integrierter RFID-Antenne einen Lesebereich, der zwischen dem 1,5- bis 2-fachen im Vergleich zum herkömmlichen RFID-Gehäuse der gleichen Größe lag. Selbst die kleinsten RFID-Gehäuse der neuen Bauart erzielten dank der von Kyocera entwickelten, extrem flachen, mehrschichtigen Kavitätsstruktur bessere Ergebnisse als herkömmliche RFID-Gehäuse mit ähnlicher Größe.

LTCC-Material mit außergewöhnlichen Hochfrequenz-Eigenschaften und hoher Biegefestigkeit

Mit den neuen RFID-Gehäusen stellt Kyocera einmal mehr seinen Technologievorsprung bei mehrschichtigen keramischen Werkstoffen unter Beweis. Für die neuen Gehäuse wurde die von Kyocera entwickelte Low Temperature Co-fired Ceramic / LTCC Technologie mit einem Kupferleiter-Metallisierungssystem kombiniert. Dadurch nutzen die Gehäuse die verlustarmen und hochfrequenten Vorteile von LTCC und liefern dennoch die hohe Biegefestigkeit, die sonst nur High Temperature Co-fired Ceramic / HTCC bietet.

Kavitätsstruktur zum Schutz des IC-Chips und ultra-schmales Tag-Design

Mit ihrer speziell für einen IC-Chip entworfenen Kavität sind die neuen Gehäuse hervorragend gegen mechanische Beanspruchung und Stöße geschützt. Gleichzeitig ermöglichte diese Bauart ein extrem schmales und flaches Tag-Design.

Geeignet für metallisierte Produkte

Im Gegensatz zu herkömmlichen Gehäusen, die HF-Signale blockieren können, ist das neue keramische RFID-Gehäuse von Kyocera so konzipiert, dass sich der Lesebereich in der Nähe von Metall sogar vergrößert. Das ermöglicht nun erstmals auch RFID-Anwendungen in Verbindung mit metallisierten Produkten. Damit eröffnen sich völlig neue Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel in der Automobilindustrie, bei der Fabrikautomatisierung, bei medizinischen Geräten sowie in zahlreichen anderen Bereichen.

Umfangreiche Produktpalette

Um unterschiedliche Kundenanforderungen erfüllen zu können, sind die neuen keramischen Gehäuse in sechs Basiskonfigurationen erhältlich – in jeweils drei verschiedenen Größen für die UHF- sowie die HF[4]-Bänder. Neben RFID-Gehäusen als Fertigprodukt bietet Kyocera auch eingebaute IC-Chips und das Assembly, sowie die Lieferung keramischer Gehäuse und – auf Anfrage – auch die Umsetzung kundenspezifischer Designs.

[1] Radio Frequency Identification Device
[2] Basierend auf der Forschung von Kyocera
[3] Systeme, die dem UHF Gen2 Standard für RFID entsprechen, verwenden das 860 bis 960 MHz-Band
[4] Die meisten HF-RFID-Systeme arbeiten mit 13,56 MHz
 

 
Für weitere Informationen zu Kyocera:www.kyocera.de

Redaktionsmaterial



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